In Deutschland wird oft zuerst ein Verein gegründet und die Taten folgen danach. Bei Streetwork war es genau umgekehrt. Ein einzelner Mann hat die Gründung einer kleinen, effektiven Organisation bewirkt. Raimund Ackermann, vor 10 Jahren noch Verwaltungsangestellter, wollte sich um die Menschen am Rande der Gesellschaft kümmern: Obdachlose, Penner, Nichtsesshafte. Er kündigte seinen sicheren Job und begann mit der Arbeit auf der Straße, ging auf die Menschen zu und fand in Gesprächen heraus, wie er ihnen helfen konnte. Anfangs wurde er durch eine zeitlich befristete Stelle finanziert. Dann jedoch war kein Geld mehr da. Es gab zwar verschiedene Fördermittel, aber sie mussten gesammelt und organisiert werden. Dazu startete Mitte der 90er Jahre eine große Presse-Kampagne, die zum Spenden aufrief. Und so gründete sich "Streetwork" Trier e.V. Gegründet haben den Verein 1999 zwei Mitglieder der Obdachloseninitiative "Platte" e.V. in Bingen, Dieter Ackermann und Pastor Franz Schulte von der Trierer Pfarrei St. Martin, Peter Kappenstein, Leiter eines Büros für Sozialplanung in Trier, Roland Dietz, Inhaber der Werbeagentur Dietz & Partner, Horst Gerth, Herbert Marth und Gordian Schares.
"Ganz nah dran!" lautet das Motto von "Streetwork" Trier e.V., und so steht die persönliche Betreuung Obdachloser vor Ort im Vordergrund - konkret und ohne Vorbehalte. Langfristiges Ziel ist die Wiedereingliederung in die Gesellschaft durch Vermittlung von Arbeit, Wohnraum und eine in vielen Fällen notwendige Alkoholtherapie. Und für alle, die es nicht schaffen, soll schlicht jemand da sein - als Mensch für Menschen.
Ackermanns Aufgabe ist es, in Kooperation mit den ansässigen karitativen Verbänden und Behörden - ein besonderes Anliegen des Vereins - den rund 80 Menschen, die zur sozial geächteten Randgruppe der "Penner" gehören, lebensnotwendiges Material zu besorgen, ihnen bei Behördengängen, Arztbesuchen, Gerichtsterminen, Wohnraum- und Jobsuche zur Seite zu stehen, seelischen Beistand zu leisten, zur Suchtberatung zu motivieren, sie im Krankenhaus oder Gefängnis zu besuchen oder "einfach nur" da zu sein und ihre Sorgen ernst zu nehmen.
Wenn auch Sie der Meinung sind, dass das Prinzip "Ganz nah dran" in Not geratene Menschen in ein normales Leben zurückholen kann, sollten Sie die Arbeit von "Streetwork" Trier unterstützen: Spendenkonto 23 26 700 bei der Sparkasse Trier (BLZ 585 501 30). Die steuerlich absetzbare Spende kann vom als gemeinnützig anerkannten Verein bescheinigt werden. Weitere Informationen erhalten Sie gerne unter Tel. 0651-9961212 oder 29326.
